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Amarillo

Neubau Kindergarten und Tagesbetreuung Halden, St. Gallen

architectureSchulbau

Summary

Ein kompakter, modular aufgebauter Holzpavillon ergänzt die bestehende Schulanlage als leichter, farbiger Baukörper entlang der Hangkante. Die Setzung stärkt die Beziehung zur Landschaft, erhält die Wiesenflächen weitgehend und schafft differenzierte, naturnahe Freiräume. Zwei klar geführte Zugänge erschliessen Tagesstruktur und Kindergarten getrennt, während die Anlieferung unabhängig organisiert ist. Städtebaulich vermittelt der Neubau zwischen der Massstäblichkeit der Nachbarschaft und dem bestehenden Schulgebäude.

Im Inneren organisiert ein zentrales Atrium mit Wendeltreppe die Abläufe und verbindet die Funktionen intuitiv. Eine rationelle Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad, ergänzt durch zwei aussteifende Betonkernzonen, ermöglicht eine wirtschaftliche und präzise Umsetzung. Natürliche Lüftung, vollflächige Photovoltaik und reduzierte Versiegelung sichern einen nachhaltigen Betrieb, während die klare Tragstruktur und warme Materialisierung die architektonische Identität prägen.

Project Details

Kategorie
Projektwettbewerb
Subkategorie
Schulbau
Projektnummer
025
Ort
Halden, St Gallen
Jahr
2025
Auftragsart
Wettbewerb
Date
2025-10-20

Leitkonzept Ein leichter, farbenfroher Pavillonbau ergänzt die bestehende Schulanlage und fügt sich selbstverständlich in die Landschaft ein. Der Neubau respektiert die bestehende Wiesenfläche, integriert sich in die Topografie und schafft durch seine Setzung und Materialisierung eine freundliche, lebendige Ergänzung zum Bestand.

Städtebauliches Konzept Der Neubau positioniert sich südlich des bestehenden Schulhauses entlang der topografischen Kante und bildet mit dem Bestand ein harmonisches Ensemble. Er bleibt in allen Richtungen massstäblich und vermittelt zwischen der Körnung der Nachbarschaft und der Grossform des bestehenden Schulgebäudes. Das neue Volumen tritt als eigenständiger, jedoch leicht wirkender Baukörper in Erscheinung. Seine Stellung an der Hangkante eröffnet Blickbezüge über die Wiesenfläche und stärkt die Beziehung von Schule und Landschaft. Die Höhenentwicklung orientiert sich am Massstab der umgebenden Gebäude, wodurch eine selbstverständliche Einfügung entsteht. Der Neubau greift das bestehende Platzgefüge auf und verankert sich über zwei klare Erschliessungsachsen im Gelände: Der nördliche Zugang führt zur Tagesstruktur über den bestehenden Pausenplatz.  Der südwestliche Zugang erschliesst den Kindergarten über den Fuchsweg, mit direkter Anbindung an den Aussenraum. Die Anlieferung erfolgt über die Fuchsstrasse. Freiflächen und Wiesen werden weitgehend erhalten. Der bestehende Asphaltplatz wird zurückgebaut und durch kleinere, natürlich gestaltete Spiel- und Aufenthaltsflächen ersetzt. So entsteht eine Abfolge differenzierter, kindgerechter Freiräume, die die Schule neu mit der Umgebung verweben.

Architektonisches Konzept Der Neubau wird als kompakter, modular aufgebauter Pavillon in Holzbauweise konzipiert. Vorgefertigte Fassadenmodule und eine rationelle Tragstruktur ermöglichen eine präzise und wirtschaftliche Umsetzung bei hoher gestalterischer Qualität.

Zentraler Ausgangspunkt der Organisation ist ein Atrium, das als vertikales Herzstück des Gebäudes dient. Es wird von den Garderoben gerahmt und durch eine grosszügige Wendeltreppe verbunden. Zwei funktionale Kerne übernehmen die Erschliessung, fassen die Steigzonen und bündeln Technik, Treppen, Lift und Sanitärräume.

Im Untergeschoss befindet sich der Kindergarten mit direktem Zugang zur westlich anschliessenden Wiese. Die Küche ist ebenfalls im Untergeschoss angeordnet und über die Haupttreppe eng mit den Ess- und Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss verbunden. So ergibt sich ein intuitiver Ablauf: Eintreten – Garderobe – Treppe – Essen – Lernen.

Die Innenräume werden durch Holzoberflächen geprägt, während die beiden massiven Kerne in Sichtbeton die Struktur rhythmisieren. Holz als dominierendes Material schafft eine warme, haptische Atmosphäre und fördert die Identifikation der Nutzerinnen und Nutzer mit dem Gebäude. Die Fassade ist als leichtes, von innen montiertes Holzrahmenelement konstruiert. Vorgelagerte textile Sonnenschutzelemente bilden mit der vertikalen Holzstruktur eine weiche, vielschichtige Erscheinung. Die festverglasten Fenster mit wettergeschützten Lüftungsflügeln erlauben natürliche Lüftung und Nachtauskühlung.

Freiraumkonzept Das Gebäude orientiert und organisiert sich entlang des bestehenden Pausenplatzes. Östlich und südlich entstehen neue Freiräume mit unterschiedlichem Charakter: ein linearer, schmaler Platz entlang der Böschung und ein kompakterer Spielbereich südlich des Pavillons.

Die westlich anschliessende Wiese bleibt als offene Fläche erhalten. Kleine Kiespfade führen zu weiteren Spielzonen und schaffen Verbindungen zum Quartier. Die Materialisierung der Aussenräume mit Schotterbelägen und chaussierten Flächen reduziert die Versiegelung und stärkt den landschaftlichen Charakter.

Nördlich des Neubaus begleitet eine Reihe von Sommerlinden (Tilia platyphyllos) den bestehenden Platzraum und spendet Schatten für den nördlichen Zugang zur Tagesstruktur. Entlang der südlichen Gebäudekante markieren Traubeneichen (Quercus petraea) den Übergang zur offenen Wiese und bilden gemeinsam mit dem Pavillon eine ruhige, landschaftliche Fassung. Die neu gesetzten Bäume werden von Weissdorn (Crataegus monogyna) und Liguster (Ligustrum vulgare) gesäumt, welche die Randbereiche beleben und einen ökologisch wertvollen Abschluss bilden.

Die übrigen Bestandsbäume bleiben in ihrer gewachsenen Struktur erhalten und werden durch gezielte Aufwertungen ergänzt. Im Nordwesten führt ein schmaler Schotterpfad in das angrenzende kleine Waldstück. Dort entstehen einfache Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten, die den Aussenraum um einen naturnahen Waldspielplatz erweitern. Das Gebäude tritt zum Quartier selbstbewusst, aber freundlich auf. Farbe, Material und Massstab vermitteln Leichtigkeit und Nähe, wodurch ein lebendiger Ort der Begegnung entsteht.

Credits

Projektarbeit: Lorin Wiedemeier Visualisierung: Lorin Wiedemeier

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layouts

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